Fallen Vampire

*~,.:|der gefallene Vampir|:.,~*
 

Meta





 
Jaja...

 

Den meisten sollte spätestens an dieser Stelle bewusst geworden sein, dass sie sich in den Fängen eines durchgeknallten, unberechenbaren Harry-Potter-Fans befindet *hehe*

 

Wen ich nun nicht vergrault habe, der kann gerne weiterlesen xP

 

Fast alle müssten den Inhalt oder zumindest den Titel von Harry Potter schon mal gehört haben. Für die Ahnungslosen hier eine kleine Hilfe zum Auffrischen der Erinnerung: http://de.wikipedia.org/wiki/Harry_Potter

 

Ich bin nun schon seit einiger Zeit Fan des inzwischen riesigen Universums der Harry Potter Welt.

 

Im Folgenden möchte ich euch einfach meine neuesten Entdeckungen, Schreiben mitteilen, oder einfach vollquatschen.. xP

 

 

 

Hier ein Artikel von mir, den ich für unsere Zeitung geschrieben habe:

 

 

 

Veröffentlichung des siebten Harry Potter Bandes in Deutschland

 

 

 

Wofür braucht man einen Kalender? In meinem finden sich immer ganz wichtige Termine, wie zum Beispiel die von Klassenarbeiten, Verabredungen oder aber auch dicke Kreuze an einem bestimmten Tag. So steht am 27. Oktober bei mir ein ganz dickes rotes Kreuz, wie bei vielen anderen Harry Potter-Fans vielleicht auch. Denn am 27. Oktober erscheint hierzulande endlich – oder vielmehr sogar leider – der siebte und letzte Harry Potter Band: „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“.

 

Vor 10 Jahren erschien das erste Abenteuer des Zauberlehrlings von Joanne K. Rowling, der mittlerweile reichsten Frau Großbritanniens. Angefangen mit einer Erstauflage von 1000 Büchern des ersten Buches der Fantasy-Saga, für welche ein Sammler heutzutage 40.000 Euro zahlen würde, wurden nun 3.500.000 Erstexemplare für die englische Fassung „Harry Potter and the Deathly Hallows“ gedruckt.

 

Weltweit wurden bis Anfang September 2007 350 Millionen Exemplare von allen Bänden verkauft!

 

Wer nicht auf die deutsche Übersetzung warten wollte, konnte sich ab dem 21. Juli schon die englische Version kaufen, von der in Deutschland in den ersten 24 Stunden knapp 400.000 Bücher verkauft worden sind. Der Internetverkauf Amazon hatte mit 1,6 Millionen Vorbestellungen weltweit ganz schön zu tun.

 

Wie Rowling in verschiedenen Interviews immer wieder beteuerte, habe sie Harry Potters schöne Welt verlassen und werde nie mehr in sie zurückkehren. Sie werde keine Fantasy-Bücher mehr schreiben, stattdessen wolle sie an Märchenbüchern für kleine Kinder arbeiten. Jedoch spielt Rowling auch mit dem Gedanken, eine Harry Potter Enzyklopädie zu schreiben, in der es um Hintergrundgeschichten von verschiedenen Nebenfiguren und Figuren, die den letzten Band überleben, geht. „Ich werde noch nicht morgen damit beginnen, weil ich einfach eine Pause brauche. Also müsst ihr warten“, so Rowling.

 

Nach dem Drama, welches einen Monat vor der englischen Veröffentlichung stattfand – ein Hacker hat angeblich mit dem Trojaner-Virus das Ende von Harry Potter herausgefunden und im Internet verbreitet – bleibt nur zu hoffen, dass solch eine Situation nicht auch noch in den letzten spannenden Tagen vor dem 27. Oktober den Fans, welche der Informationsflut im Internet über den Inhalt des Buches widerstehen konnten, die Lust am Lesen verdirbt.

 

Zu erwarten ist eine gespaltene Meinung der Leser, was Rowling in einem Interview zu Band 7 auch berichtet: „Manche Menschen werden es hassen, sie werden es absolut hassen. Manche Leute werden es hingegen lieben, andere müssen es einfach hassen. Das liegt einfach in der Handlung.“

 


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Nachdem der siebte Band erschienen war (Was er ja nun schon am 21. Juli auf Englisch war), war ich gespannt und interessiert auf die Meinungen anderer.

 

Beim Rumsurfen habe ich folgenden interessanten Bericht gefunden: (http://www.schattendings.de/2007/10/18/harry-potter-and-the-deathly-hallows/

 

“Harry Potter and the Deathly Hallows”

 

Die verspäteste Buch-Rezension aller Zeiten. Mittlerweile hat schon jeder in der Blogospäre und diversen Communities seinen Senf dazu abgegeben - aber bei mir will gut Ding Weile haben. Durch war ich mit dem Buch zwar nicht ganz so schnell wie manch anderer, aber immerhin schon am Mittwoch nach jenem schicksalhaften 21.07.2007…

 

Dass es nicht weise ist, das hier zu lesen, wenn man das Buch noch nicht durch hat, ist selbstverständlich.

 

Hier meine bescheidenen Gedanken zum Werk und Drumherum in einer nicht signifikaten Reihenfolge. Wahrscheinlich habe ich trotz der Länge die Hälfte vergessen. Ich müsste das Buch jedoch vermutlich erst nochmal lesen…

 

Grundsätzliches

 

Auch wenn ich mich hier hauptsächlich über die Dinge auslasse, die mir nicht gefallen haben, heisst das nicht, dass das Buch mir nicht gefallen hat, und noch weniger, dass es ein schlechtes Buch ist. Kritiken sind ja immer subjektiv. Anderen haben genau die von mir bemängelten Dinge besonders gut gefallen und umgekehrt.

 

Im Großen und Ganzen fand ich es gut. Ich kann nicht sagen, ob ich es schlechter oder besser fand als die 6 Bücher zuvor, ich kann generell keine Rangreihenfolge aufstellen. Ich mag alle auf ihre Art, manche Dinge besonders und andere weniger. Ich weiss nur, dass ich den 5. Band stellenweise zäh weil zu sehr verloren in Details fand, mir im 6.Band die Beziehungsquerelen teilweise auf die Nerven gingen, und ich alle Bände besonders mag, in denen viel Voldemort vorkommt - also alle bis auf den 1. und 5. und ganz besonders Nr. 6).

 

Insofern hat der 7.Band mir sehr gut gefallen, in dieser Hinsicht kann ich mich wirklich nicht beklagen.

 

Allerdings hat dieser “Harry Potter”-Band einen ganz krassen Mangel: Er ist der letzte!!!

 

Schlüssigkeit und Kontinuität

 

Der 7.Band könnte die Verfilmung vor das eine oder andere Problem stellen. Nicht wegen der massenhaft notwendigen Special Effects-Orgien zum Beispiel beim Endkampf – nach dem 3. Teil des “Herrn der Ringe” mache ich mir keine Gedanken, das kann man hinbekommen. Sondern wegen der Zusammenhänge, die im Film durchs Casting nicht mehr glaubhaft wirken insbesondere wegen des Alters der Schauspieler:

 

Dem Grabstein der Potters in Godric’s Hollow ist zu entnehmen, dass Lily und James beide 21 Jahre alt waren als sie von Voldemort getötet wurden. Da ich letzte Woche noch einmal HP 5 im Kino angesehen habe (diesmal im Original), ist mir das besonders aufgefallen bei dem Foto des ursprünglichen Orden des Phönix und dem Mirror of Erised. Insbesondere James Potter ist im Film sehr viel älter als 21.

 

Bislang habe ich mich auch nie daran gestört, dass Snape im Film älter war – hätte es mir niemand erzählt, wäre mir die Diskrepanz vermutlich nicht einmal aufgefallen. Aber die Erinnerungen, die Snape bei seinem Ende Harry gibt und die dieser im Pensieve ansieht, ändern das: Snape wird darin vom Sorting Hat nach Slytherin sortiert und setzt sich an den Tisch - zu Lucius Malfoy, der da schon Prefect war, also älter als Snape! Na, sieht Jason Isaacs (um die 40) älter aus als Alan Rickman (um die 60)?? Wohl kaum!

 

Über Bellatrix rege ich mich hingegen nicht (noch mal) auf. Ich dachte zuerst, sie sei im Film eine ganze Ecke jünger als im Buch, aber Helena Bonham Carter ist mit 41 Jahren nur 3 Jahre jünger als die Vorgabe im Buch, sie sieht einfach sehr gut aus. " src="http://www.schattendings.de/wp-includes/images/smilies/zwinker.gif" mce_src="http://www.schattendings.de/wp-includes/images/smilies/zwinker.gif" border="0" />

 

Humor

 

Auch dieser Band hat den typischen Humor der HP-Reihe, den ich so mag.
Z.B. die Szene mit den 7 Harry Potter-Doppelgängern, Fred und Georges Witzchen darüber und Harrys Gedanken. Oder “Potterwatch” - allein bei den “Tarnnamen” der Moderatoren habe ich mich weggeschmissen vor Lachen. Oder Kreacher und die Bratpfanne. Oder Percys Kündigung während des Endkampfes. McGonagalls herd of desks oder das snape-shaped hole in the wall - herrlich.

 

Nichts Überraschendes

 

Überrascht hat mich der 7.Band nicht wirklich. Nein, nicht weil ich so schlau bin und mir alles selbst zusammenreimen konnte. Auch den Spoilern habe ich versucht aus dem Weg zu gehen.

 

Aber letzeres ist mir nicht ganz gelungen – wie gesagt, Spielverderber lauern überall. Dass einer der Weasley-Zwillinge stirbt, wusste ich deshalb schon vorher und noch einiges anderes. Dass Voldemort stirbt und die Schurken verlieren war eh klar. Zum Glück konnte ich immerhin irgendwie der Auflösung aus dem Weg gehen, ob Harry selbst überlebt oder nicht. Obwohl eigentlich auch das klar war. Den Titelhelden sterben zu lassen wäre doch ein wenig zu gewagt gewesen… Und da ich nichts von Tausenden verzweifelten Teenagern in den Medien gehört habe, konnte ich mir den Rest denken.
- Schade eigentlich. Wäre doch mal etwas wirklich Überraschendes gewesen: Der jugendliche, tragische Held stirbt einsam und völlig umsonst, während der soziopathische, sadistische Massenmörder und seine Schergen triumphieren und die ganze Welt unterjochen. Muaharhar…

 

Einige wenige Theorien hatte ich selbst. Dumbledores Tod durch Snapes Hand in Band 6 kam mir von Anfang an verdächtig vor – zwar konnte ich mir auf Snape noch nie wirklich einen Reim machen, aber dass Dumbledore um sein Leben fleht, passte so gar nicht zu ihm, das war äußerst fishy und ließ das Gegenteil vermuten, er bat Snape um den Tod.
Weitere Theorien habe ich von anderen Fans. Dass Harry selbst ein Horkrux ist. Dass R.A.B. für Regulus Black steht.

 

Auch die Art und Weise, wie es auf den Endkampf hinausläuft, der erwartungsgemäß natürlich in Hogwarts stattfindet, war mir eigentlich von vorneherein klar.

 

Aber das alles finde ich nicht unbedingt schlecht. Ich denke, damit wurden die meisten Fans zufrieden gestellt.

 

Zähe Passagen vs. Hast

 

Zwischendurch war das Buch äußerst zäh.
Es startete fantastisch - war klar, dass ich das bei dem Kapitel sage, oder? - und hatte etliche rasante Abschnitte: Harrys Flucht, die katastrophale Hochzeit bei den Weasleys, der Einbruch ins Ministerium und in Gringotts - aber zwischendurch dümpelte es seitenweise endlos vor sich her. Der Teenager-Campingtrip und die endlosen Hochzeitsvorbereitungen waren das Schlimmste.

 

Hastig wurde es dann am Ende. Die Seiten des Buches schmolzen nur so dahin, der große Showdown immer noch nicht in Sicht und ich dachte mir, dass aber verdammt wenige Seite noch dafür übrig seien. Der Endkampf war für meinen Geschmack auch zu schnell vorbei, 6 Seiten vor dem Ende lebte Voldie immer noch.

 

Verluste

 

Nach den Vorwarnungen, die ich hatte, hatte ich mit Unmengen an Toten unter den bekannten Charakteren gerechnet, und als nach den ersten Kapiteln bereits einige tot waren, fragte ich mich, wer am Ende überhaupt noch leben würde, wenn das so weitergeht. Aber es war dann doch nicht so schlimm: Charity Burbage, Hedwig, Mad-Eye Moody, Dobby, Snape, Fred, Remus, Tonks, Bellatrix und zu schlechter letzt Voldemort.
Ich weiss nicht, ob ich das gut oder schlechten finden soll… Ein Teil von mir ist froh, dass vom Trio keiner gestorben ist oder noch mehr Weasleys oder eine Menge Hogwarts-Lehrer usw., aber andererseits finde ich es ein bisschen unglaubwürdig bzw. inkonsequent.

 

Unglaubwürdig finde ich es deshalb, weil in den zahlreichen Gemetzeln in diesem Buch links und rechts alle wie die Fliegen fallen, aber ausgerechnet diejenigen, die im Zentrum jeden Trubels zu finden sind, überleben alle. Die genannten Toten scheinen mir eher notgedrungene Zugeständnisse zu sein und die beliebtesten Charaktere scheinen fast komplett verschont geblieben zu sein.

 

Mich persönlich hat Hedwigs Tod wohl noch am meisten berührt. Ich HASSE es, wenn Tiere in Filmen oder Büchern sterben. Sollen die Menschen sich ruhig die Schädel einschlagen, aber die Tiere können sich das nicht aussuchen. Und dann noch die arme Hedwig, eines der wenigen Wesen, die Harry je hatte. Und so sinnlos. - Obwohl das fast gut ist. Hätte ein Death Eater sich absichtlich an Hedwig vergriffen statt bloß ein Avada Kedavra daneben zu schießen, wäre das der Moment für mich gewesen, aus dem Verein auszutreten. Man kann sich an Mudbloods und Muggles vergreifen, aber nicht an Eulen!!

 

Mad-Eye Moody war zwar ganz cool, bedeutet mir als Charakter aber nicht viel, ebenso wie Remus und Tonks. Deren Tod fand ich deshalb doof, weil er so unnütz war, nur eine Fußnote, es wurde nicht einmal erwähnt, wie sie starben.
Dobby ein bisschen. Er war zwar ein Held bis zum Schluss, und wurde dann auch noch niederträchtig und hinterrücks von Bellatrix erdolcht, und normalerweise habe ich viel übrig für arme, kleine Gestalten mit riesigen Augen und Hundeblick, aber Hauselfen gehen mir generell etwas auf die Nerven und speziell der Part mit ihm (siehe weiter unten).

 

Inkonsequent finde es deshalb, weil schon in Band 6 Leute verschwinden oder getötet werden, weil sie sich den Death Eaters nicht anschließen wollen, und auch in den eigenen Reihen gibt es massig Tote, Gefangene oder Gefolterte, weil Voldemort ihr Versagen bestraft oder schlicht Freude daran hat. Aber nach seiner Machtübernahme lebt z.B. der Weasley-Clan fröhlich weiter vor sich hin. Man wird zwar genau beobachtet, aber sonst wohnt man relativ unbehelligt im Burrow, geht zur Arbeit oder Schule – und dass, obwohl mehr als erwiesen ist, dass Staatsfeind Nr. 1 dort mehrfach untergetaucht war und die Kinder aktiv gegen You-know-who Widerstand geleistet haben. Wäre ich Ihr-wisst-schon-wer, hätte ich das garantiert nicht durchgehen lassen. Dieser plötzliche Anfall von Mitgefühl scheint mehr als suspekt, vor allem weil er sonst in diesem Buch noch schlimmer wütet als sonst.

 

Und vermutlich werdet Ihr mich jetzt Avada-Kedavra-n, wenn ich sage: Ich hätte es konsequenter und passender gefunden, wenn Harry am Schluss gestorben wäre.
Ich mag Harry. Sehr. Schon seit dem ersten Buch. Der Junge tat mir immer leid, ich konnte mich trotz eines Altersunterschiedes von 18 bis 13 Jahren gut in ihn hineinfühlen. Er hat so viel durchgemacht, und die meisten um ihn herum wissen nicht einmal, was und wie oft er schon die halbe Welt gerettet hat und wie sehr er dabei gelitten hat über die Jahre. Stattdessen wird er in seiner Muggle-”Familie” jahrelang wie ein Tier behandelt und selbst in der Zaubererwelt lange Zeit angefeindet und als Wichtigtuer und Lügner bezeichnet. Am Ende, als er die Wahrheit kennt, hat er keine Wahl, er muss sich opfern. Er muss sich allein und ohne Hoffnung in die Hände seiner Feinde begeben, die in der Überzahl sind, ihm keine Gnade zeigen und ihn verspotten werden.

 

Versteht mich nicht falsch: Harry Potter verdient ein gutes Ende. (Oder zumindest ein normales Leben, was ihm bisher verwehrt wurde.) Wie gesagt, schlimm genug, dass es in der wirklich Welt keine Happy Ends gibt. Aber genau deshalb wäre es so viel passender gewesen. Während ich sonst ein eifriger Verfechter der “HP-ist-nicht-nur-etwas-für-Kinder”-Theorie bin, das Ende WAR ein Kinderbuchende. Ich verstehe die Notwendigkeit – das hätte vermutlich zahllose jugendliche Leser geschockt und irgendwelche ungesunden Märtyrer-Gedanken geweckt. Da er bereit dazu war, ist er lebendig nicht weniger ein Held als er es tot gewesen wäre, aber dennoch hinterlässt diese Rettung einen schalen Nachgeschmack bei mir.

 

Zudem verstehe ich sie nicht… Die Prophezeiung war doch eindeutig. Habe ich da schon wieder etwas nicht verstanden? War der Deathly Hallow-Stuff Grund für seine wundersame Rettung? Oder etwas anderes? (Voldemort ist immerhin auch noch intakt, und das diesmal in seinem eigenen Körper.)

 

Zu konstruiert

 

Was mir ziemlich missfallen hat, war die meiner Meinung nach extreme Häufung von magischen Auswegen. Okay, es ist ein Buch über Zauberer und Hexen. Aber auch wenn die Möglichkeiten theoretisch unendlich sind, man darf es nicht übertreiben, sonst wird es völlig wirr und wirkt nicht mehr glaubwürdig.
In den Büchern davor war es immer sehr gut gelöst, es gab eine Menge magischer Möglichkeiten, aber immer auch Regeln, die das einschränken, weshalb es im Ergebnis immer nachvollziehbar und schlüssig war.
In diesem Band jedoch wirkten manche Dinge wie ziemlich haarsträubende Notlösungen, um die Handlungen in die gewünschte Richtung zu lenken bzw. irgendetwas zu erklären.

 

Den Coup mit dem Schwert von Gryffindor lasse ich ja noch durchgehen – ein wahrer Gryffindor kann es halt aus dem Sorting Hat ziehen so wie Harry in Band 2 oder nun Neville als er am Ende Voldemort gegenüber steht. Obwohl es schon einen komischen Nachgeschmack hinterlässt, wenn man bedenkt, was es vorher für einen Ärger um das Schwert gab. Aber gut, Voldie und Co wussten nichts von dem Sorting Hat und hätten nie das Schwert aus ihm herausziehen können, und das Trio kam nicht an den Sorting Hat heran.

 

Die Sache mit den Hauselfen ist ein gutes Beispiel hierfür: Sie unterliegen mit Elfen-Magie nicht den Magie-Regeln, die für Menschen gelten.
Kreachers Rolle beim Horkrux in der Höhle finde ich vollkommen okay. Es passte: Voldemort hat in seiner Arroganz schlicht nicht daran gedacht, seinen Horkrux gegen so etwas Unbedeutendes wie Hauselfen zu schützen. Aber dass das gleiche Prinzip dann noch ein zweites Mal angewendet wird, um die Helden aus der Gefangenschaft zu befreien, ist enttäuschend. Die Lage ist hoffnungslos, die Bösen in der Überzahl, die Helden sitzen im Malfoy’schen Kerker bzw. werden gerade gefoltert, rausapparieren können sie nicht - daher kommt der Ausweg in Form eines Hauselfen, der einfach hinein- und herausapparieren kann.

 

Ganz krass fand ich den Deluminator. Auch hier gibt es einen Punkt für Kontinuität, denn das Teil kam in Band 1 ganz am Anfang vor, als Dumbledore Harry vor die Tür der Dursleys legt. Aber sonst…

 

Oder der letzte Weg hinein nach Hogwarts, das sonst von den Todessern völlig abgeschottet und kontrolliert wird. Wie praktisch, dass da auf einmal so eine geheime Passage hineinführt!
Und letztendlich auch die:

 

Deathly Hallows

 

Bin ich die einzige, die den ganzen Deathly Hallows-Plot mehr oder weniger überflüssig fand? Vor dem Buch dachte ich, damit wären die Horcruxes gemeint, aber dann kam die Sache mit dem Invisibility Cloak, dem Resurrection Stone und dem Elder Wand dazwischen. Die Geschichte von Lovegood klang noch ganz spannend und ich dachte, das läuft auf eine Geheimwaffe gegen Voldemort hinaus – Deathly Hallows gegen Horcruxes.

 

Aber entweder habe ich einfach den Schluss nicht verstanden oder aber es war am Ende genauso unwichtig, wie ich denke. Harry hatte den Mantel, den Stein, und ich dachte, wenn er auch noch in die Nähe des Elder Wand – dummerweise in Voldemorts Hand – kommt, passiert etwas, was ihm hilft, ihn zu besiegen UND zu überleben. Stattdessen legt Harry den Mantel ab und benutzt den Stein nur, um ein bisschen Trost von seinen Eltern zu bekommen. Gut, Voldemort konnte ihn mit dem Elder Wand nicht töten, aber war das nicht von vorneherein klar? Er hätte ihn weder mit diesem Zauberstand noch mit seinem eigenen oder irgendeinem anderen töten können. Er wusste nur nicht, was Harry bis kurz vor Schluss auch nicht wusste, nämlich dass ein 7.Horkrux existiert und dieser Harry ist. Oder lag es eher daran, dass Harry Dracos Zauberstab hätte? Irgendwie blicke ich nicht durch.

 

Und warum Draco laut Harry der rechtmäßige Besitzer des Elder Wand sein soll, verstehe ich auch nicht. Egal ob Snape Dumbledore nun mit oder ohne dessen Einverständnis getötet hat, Draco hat keinen Finger gerührt. Er war zwar der Grund, warum Dumbledore auf dem Turm eingekreist werden konnte, aber das auch nur weil dieser von dem tückischen Trank aus der Horkrux-Höhle geschwächt war – und den hat bekanntlich Voldemort selbst zu verantworten. Folglich haben Draco und Voldemort gleich viel zu Dumbledores Tod beigetragen und das Ding gehört zumindest teilweise doch Voldemort.
Vielleicht hätte es geholfen, wenn der Elder Wand ganz ihm gehört hätte, aber vielleicht auch nicht.

 

Einzelne Abschnitte

 

Malfoy Manor

 

Herrlich! Ich habe mich immer gefragt, wie so eine typische Versammlung von Todessern aussieht, jetzt bin ich schlauer. Mein Gott wie verkrampft und lebensgefährlich, ein wahres Haifischbecken voller kleiner, um ihr eigenes Leben zitternder Schleimer.

 

BTW: Weisse Pfaue??

 

Godric’s Hollow

 

Süüüß, die Sache mit der verborgenen Statue.
Sehr cool der Rückblick auf jene Halloween-Nacht, mit der alles begann, aus Voldemorts Sicht. Cool costume, Mister.

 

Machtergreifung

 

Das war mal richtig cool - nicht nur, weil ich ein heimlicher überzeugter Todesser bin, sondern weil ich es wahnsinnig spannend fand zu sehen, was Voldemort und die Seinen so alles anstellen, wenn sie nicht mehr eine Guerrilla-Truppe im Untergrund, sondern Machthaber sind. Sie haben mich nicht enttäuscht. - “Magic is Might” sage ich nur. Sehr gruselig.
Ich hätte nicht gedacht, dass Rowling so weit geht, ich habe vermutet, sie stoppen Voldemort vorher. Jetzt finde ich es schade, dass man nicht noch gesehen hat, was er alles getan hätte, um letztendlich das ganz große Ziel zu erreichen, die Unterwerfung der Muggle-Welt.

 

Statt “großes Ziel” hätte ich genauso gut auch “Endsieg” schreiben können. In dem Buch wurde man ja förmlich mit Nazi-Parallelen erschlagen. Der Rassismus-Aspekt steigerte sich zwar im Laufe der Bände, es war abzusehen, wo das hinführt und eigentlich nur logisch, aber das war mir doch etwas zu heavy.

 

Mag sein, dass das an meiner großen Voldemort-Affinität liegt. Ich halte den Mann für zu intelligent, um an den “Mudbloods-stehlen-Purebloods-die-Magie”-Unsinn selbst zu glauben. Man kann es vielleicht mit einem großen (sehr großen) psychischen Knacks erklären… Er kennt die Wahrheit, verdrängt sie nur. Schwere Kindheit und so. Der kleine Tom hatte ja nichts anderes außer seinem Talent und seiner Herkunft.
Vielleicht liegt es auch daran, dass man als deutscher Gymnasiast jahrelang im Geschichts-Unterricht mit der Analyse des Dritten Reiches und seiner Entstehung bombardiert wurde und einem so etwas fast schon körperliche Schmerzen bereitet. Man stöhnt dann innerlich auf und denkt Oh nein, nicht schon wieder! Wer die Geschichte vergisst, muss sie wiederholen usw. usf. Hat aber noch nie funktioniert.

 

Zumindest in einem Aspekt der Geschichte hat er mich dann doch nicht enttäuscht: Er hielt sich vornehm im Hintergrund zurück und ließ stattdessen andere nach seiner Pfeife tanzen. Voldemorts Konterfei wie Mao an jeder Hauswand und in jedem Klassenzimmer zu sehen wäre dann doch etwas zu viel gewesen. Obwohl er es ja schon ziemlich weit getrieben hat in den vergangenen Büchern, immerhin lässt er sich von seinen Schergen die Füße küssen…
Aber dazu vielleicht mehr in der noch kommenden großen Voldemort-Analyse.

 

Showdown

 

Die Endschlacht war spektakulär. Da wurde alles aufgeboten was zwei Beine hat und mehr: Orden des Phönix und Hogwarts-Schüler / -Lehrer / -Hausgeister / -Hauselfen / -Schulmobiliar gegen Voldemort und seine Todesser, Dementoren, Werwölfe, Inferi, Giganten, Spinnen.

 

Der Showdown zwischen Harry und Voldemort konnte das nicht mehr steigern. Herrlich fand ich, wie Harry sich in Rage geredet hat, Voldemort frevelhafterweise durchweg mit “Riddle” anredete und ihm dann auch noch Reue nahelegte.

 

Epilog

 

Das Kapitel 19 Jahre später…Ich bin ja zuweilen ziemlich sentimental / romantisch / kitschig, aber das fand ich wirklich übertrieben. Ich könnte auch sagen furchbar.

 

Auch wenn die Paarzusammenstellungen nicht überraschen und schon lange angelegt waren, es las sich wie eine Zusammenstellung schlimmer Fanfiction. Alle sind da und glücklich und haben Horden von Kindern, die natürlich alle heissen wie verstorbene Helden, und sie alle reden über Wohlbekanntes, als hätten sie keine 19 Jahre dafür Zeit gehabt oder kein anderes Gesprächsthema. (Mit wem ist Draco eigentlich zusammen? Pansy Parkinson?)
Das Ganze kommt mir vor wie ein typisches Happy End als Zugeständnis an die jüngeren Fans und als Möglichkeit für weitere Romane aus der HP-Welt.

 

Also ehrlich, wie viele Kinder welches der bereits bekanneten Pärchen hat und wie die heissen interessiert mich sowas von überhaupt nicht. Stattdessen hätte ich lieber gewusst, was kurz nach dem großen Showdown passiert ist. War der Krieg mit Voldemorts Tod beendet oder gab es noch weitere Schlachten? Was geschah mit den restlichen Todessern, insbesondere mit den Malfoys? Was haben sie mit Voldies sterblichen Überresten gemacht, wo das schon erwähnt wurde? Verkaufte the boy who lived seine Memoiren oder verdient er seine Brötchen doch wie geplant als Auror? Wurde McGonagall (ich liebe sie) danach Schuldirektorin von Hogwarts? Und warum zum Teufel kriegt Snape kein Portrait in der Galerie verflossener Hogwarts-Schuldirektoren?

 

Charaktere

 

Pettigrew

 

Ich hatte irgendwann mal die grauenhafte Version, dass Pettigrew Voldemorts Ende besiegelt. Am Ende des 3.Bandes sagt Dumbledore, als Harry sich ärgert, dass Pettigrew entkommen ist, dass es möglicherweise gut so war und Wormtail bzw. Pettigrew vielleicht noch eine Rolle zu spielen habe. Ich sah schon Voldemort von hinten erdolcht von Wormtonguetail – die Parallelen zu Grima und Saruman im “Herrn der Ringe” waren durchaus vorhanden.
Aber püh, zum Glück kam es dann ganz anders.
Ich kann damit leben, dass mein Voldie vom 17jährigen Titelhelden zur Strecke gebracht wurde. Aber von der kleinen, opportunistischen, weinerlichen Ratte Pettigrew, das wäre wirklich zu viel für mich gewesen.

 

Nun ja, die Ratte hat bekommen, was sie verdient hat, sein Ende fand ich wirklich mehr als angemessen. Passte zu jener Andeutung und insgesamt. Ausgerechnet ein Moment der Reue kostete ihn das Leben, die ganz und gar nicht uneigennützige Ergebenheit zu seinem Meister und seine Belohnung dafür hat ihn dafür bestraft. Viel Spass in der Hölle, Pettigrew.

 

Hagrid

 

Hagrid war anfangs mal ein netter Charakter. Ehrlich, loyal, kindliches Gemüt, liebt Tiere - eigentlich sehr sympatisch. Aber ich glaube, spätestens in Band 3 fing er an, mich mit seiner Tolpatschigkeit und Trotzigkeit zu nerven. Das Trio hat wirklich schon genug Probleme, da brauchte es nicht noch beleidigte Hagrids und dessen tödliche Haustierchen. Die Hagrid-Szenen langweilten mich irgendwann ziemlich…

 

Dass er nach dem Sturz vom Motorrad wieder fast unverletzt aufsteht, hat mich sogar geärgert. Ihn da sterben zu lassen hätte gepasst. Es passte in die Situation und hätte die Dramatik deutlich gemacht, aber nein. Ich habe am Ende gehofft, dass er versehentlich Voldemort auf den Fuß trampelt und dieser ihn dann genervt endgültig aus dem Weg räumt, aber da ausnahmsweise hat Hagrid sich mal nicht wie ein Elephant im Porzellanladen aufgeführt und Voldemort nicht wie der Serienkiller, der er ist.

 

Lupin

 

Meine Güte, ging mir Lupin auf die Nerven. Was für ein Problem hat der Mann eigentlich? Er hat Dutzende von Leuten um sich herum, die ihn alle schätzen, eine Frau, die ihn liebt und ein Kind von ihm bekommt, und er heult die ganze Zeit nur herum, weil er einmal im Monat ein böser Werwolf ist. Reiss dich zusammen, Mann! Es gibt Schlimmeres. Andere Menschen würden töten für so ein Leben.

 

Die Malfoys

 

… sind viel zu gut weggekommen. Auch wenn Lucius zweifelsohne ein Mann ist, den die meisten Frauen inklusive mir nicht von der Bettkante schubsen würden, eigentlich mag ich keine opportunistischen Speichellecker. Mir ist eine fanatische Irre wie Bellatrix Lestrange, die aus Überzeugung handelt und auch die Konsequenzen (über ein Jahrzehnt Azkaban) dafür trägt, 10mal lieber als jemand, der sein Fähnlein in den Wind hängt. Zu Anfang des Buches machten die Malfoys gar keinen glücklichen Eindruck mehr, das war schon in HBP absehbar, Voldemort war von den ganzen Fehlern von Vater und Sohn so überhaupt nicht amused. Das habe ich ihnen sehr gegönnt, dass sie sich am Ende irgendwie doch rausmogeln konnten, ärgert mich irgendwie.

 

Neville Longbottom

 

Yay for Neville! Der Junge rockt. Ein wahrer Gryffindor, zu dem mir nur immer wieder der aus dem “Babylon 5″-Epilog einfällt, der auch schon für Vir zutrifft: … and that true strength sometimes comes from the most unlikely places. Ohne Nevilles Überraschungsangriff hätte es keinen Sieg gegeben. Sich Voldemort bei seinem vermeintlichen Triumpf alleine entgegenzustellen, dazu gehört eine Menge Mut, es winkten schließlich Hohn, Folter und Tod.

 

Severus Snape

 

Mein neuer Held! Ich mochte ihn ja eigentlich nicht so dolle und konnte nie verstehen, warum er so viele weibliche Fans hat - bis zum 7.Band.
Tja, die
“I-trust-Snape”-Kampagne hatte wohl doch recht. Und Tharanis auch.

 

Ich bin wohl einer der wenigen, die die Art und Weise seines Todes passend fanden. Nicht schön und nicht würdig, aber gerade deshalb passend.
Zum einen, weil es einmal mehr deutlich macht, wie erbarmungslos Voldemort ist. - Ok, das brauchte man nicht wirklich. Gerade im 7.Band tickt er ja unglaublich aus, was das Morden und Foltern betrifft. Dennoch, gibt es etwas Niederträchtigeres, als einen vermeintlich ergebenen und erfolgreichen Diener auf diese Art und Weise hinzurichten? Es ist zwar nicht das erste Mal, dass er seine Schergen umbringt, aber von den vorigen haben ihn alle enttäuscht. Snape (so denkt er) nicht, im Gegenteil, aber die Konsequenz ist die Gleiche. Dass seine Schoß-Schlange den Job übernimmt, setzt der Respektlosigkeit die Krone auf. Dazu passte nur, dass es alleine und ohne Zuschauer stattfindet.

 

Egal, ob Snape ein netter Charakter war oder nicht - auch für mich nicht, als Mann attraktiv schon mal gar nicht - aber er ist für mich seitdem der wahre tragische Held der Geschichte. Snape ist den Märtyrer-Tod gestorben, der eigentlich für Harry gedacht war.
Dieses all-was-well-Ende hat mich einigermaßen vergrätzt, ganz besonders der IMHO unerträglich schmalzige Epilog, Snape hat es einigermaßen gerettet, weil es für ihn eben kein tolles happy end gab. Er hat in jungen Jahren einen Fehler gemacht und im Grunde genommen den Rest seines Lebens dafür gebüsst, bis zum bitteren Ende. Wie furchtbar muss es sein, sich offensichtlich nur ein einziges Mal im Leben wirklich zu verlieben, diese Liebe dann zu verlieren und jahrelang ein doppeltes Spiel zu spielen und dem zu dienen, der sie getötet hat, um am Ende durch dieselbe Hand zu sterben.

 

Bellatrix Lestrange

 

Als Bellatrix-Fan HASSE ich es, dass Molly (MOLLY!!) sie getötet hat. Ich meine, die Frau hat ihr Leben lang nichts anderes gemacht als Leute auf alle mögliche Art und Weise zu töten, während Molly ihren Zauberstab nur zum Wäschewaschen gebraucht hat. Ja, ich weiss, Mütter, die ihre Kinder verteidigen… Ich finde es aber trotzdem doof, doof, doof. (Wobei ich durchaus die Schadenfreude über genau diesen Umstand bei den Bella-Hassern nachvollziehen kann.) Neville hätte es tun sollen. Oder Voldemort selbst als allerletzte Niederträchtigkeit oder Versehen, das hätte ich akzeptieren können. Aber so?
Nach dem Buch dürfte es auch keine Zweifel mehr daran geben, dass es zumindest einen Menschen gab, der Tom Riddle geliebt hat, und das war sie. Schade, dass er das nicht gesehen hat bzw. es ihm gleichgültig war.

 

Lord Voldemort

 

Seufz, mein Lieblingsthema, in diesem Buch gleichermaßen Fluch und Segen zugleich. Das Buch hat mein Bild von ihm ein ganzes Stück verändert. Seltsamerweise wirkt er einerseits fremdartiger und unmenschlicher als je zuvor durch einige Dinge, während andere ihn zum ersten Mal als fühlendes Wesen zeigen - oder sagen wir ein Wesen mit anderen Gefühlen außer Gier, Wut oder Sadismus.

 

Schön war, dass er so viele Szenen hatte und ein paar richtig gute dazu. Das erste Kapitel war ein totales Highlight in der Hinsicht.
Zudem wurde zum ersten Mal wirklich klar, was ihn zu seinem Tun treibt: die nackte Angst vor dem eigenen Tod. Er konnte einem damit fast schon Leid tun. Fast schon möchte man ihn drücken - aber das wäre garantiert das Letzte, was man tut.
Auch die Szene mit dem Muggle-Jungen am Abend des Todes der Potters zeigt, dass er sich durchaus Gedanken machte und auch mal jemanden verschonte, der ihn geärgert hat, weil es ganz einfach unnötiges Morden gewesen wäre. Und die einzige Emotion, die er je gegenüber einem anderen Menschen zeigte, war Zorn und vielleicht auch ein Quentchen Trauer, als mit Bella sein treuester Anhänger und der einzige Mensch fiel, der ihn je geliebt hat.

 

Das ganze Buch über hatte ich das Gefühl, dass er irgendwie ziemlich neben sich steht. Irgendwie schien er nun, da sein Tod mit den schwindenden Horkruxen immer wahrscheinlicher wurde, den Kopf zu verlieren und völlig auszurasten. Normalerweise schaue ich ihm mit gewissem Vergnügen bei seinen Missetaten zu, aber stellenweise hat er diesmal selbst mich geschockt, wie er sich so durch den gesamten 7.Band foltert und mordet. 3 Szenen fand ich besonders krass:

 

  • Der Mord an der Lehrerin ganz am Anfang. Das war noch sein übliches Niveau, jedoch in der Art und Weise - die öffentliche und irgendwie beiläufige Demütigung, das Abwürgen ihre Hilferufe und der Umgang mit ihr post mortem (Nagini, dinner erks:" src="http://www.schattendings.de/wp-includes/images/smilies/oerks.gif" mce_src="http://www.schattendings.de/wp-includes/images/smilies/oerks.gif" border="0" /> ) - besonders niederträchtig.

     

  • Die Szene, in der er wahllos seine eigenen Leute umbringt, weil er wegen des Verlustes des Hufflepuff-Horkruxes vor Wut rast. Sonst ist er eher der Typ, der einen kühlen Kopf bewahrt, bei dem es umso gefährlicher wird, je ruhiger und bedächtiger er wird. Sonst weiss er genau, was er tut, und das meist mit großem Vergnügen. Hier ist er im wahrsten Sinne des Wortes völlig außer sich, und es ist ihm auch völlig egal, wen er trifft, selbst Lucius und sogar Bella suchen ihr Heil in der Flucht. Wir reden hier von Bella! His most faithful follower. Selbst das war ihm egal.

     

  • Die Szene, wo er eine Muggle-Frau mit ihren Kindern umbringt. Das war einfach völlig unnötig. Sonst hatten eigentlich alle seine Morde und Folterungen Sinn, zumindest die, die beschrieben wurden oder von denen Dritten berichtet haben. Entweder ging es darum, Informationen oder Gehorsam zu erpressen, jemanden zu bestrafen oder Feinde aus dem Weg zu räumen. Doch welchen Sinn macht es, eine wehrlose Muggle-Frau und deren kleine Kinder zu töten? Sie hätten ihm nichts anhaben können, er hätte sich einfach umdrehen und gehen können. So wie es beschrieben war, hat er es auch nicht zum Vergnügen getan, sondern irgendwie aus Langeweile und Gewohnheit oder Frustration.

     

Enttäuscht war ich darüber, dass er am Ende so abbaute. Um den Weg für das Finale zu bereiten, ließ Rowling ihn ein paar sehr dumme Fehler machen. Wäre ich an seiner Stelle gewesen, wäre ich auf Nummer Sicher gegangen und hätte den letzten Horkrux (Nagini) als Absicherung an einen sicheren Ort gebracht. Die Schlange mit ins Getümmel zu nehmen, auch wenn der Sieg noch so nahe schien, war ganz, ganz dumm, Tom!
Am übelsten fand ich jedoch, dass er sich selbst untreu wurde am Ende. Eine seiner wenigen positiven Eigenschaften, den Mut des Feindes zu schätzen, hat er am Ende eingebüßt und zur Demoralisierung den Kämpfern der besiegten Gegenseite erzählt, Harry sei vor ihm geflohen, obwohl der sich ihm alleine und ohne Gegenwehr gestellt hat, wohl wissend, dass dies sein Tod sein würde - etwas, vor dem er selbst mehr Angst hatte als vor allem anderen. Das fand ich wirklich arm.

 

Viele Fans - zumindest viele Tom Riddle-Fans - inklusive mir haben sich für ihn am Ende Vergebung gewünscht, aber die hat er nicht bekommen. Er starb, wie er lebte, ohne Reue und Liebe und voller falscher Überzeugungen.

 

Ich könnte noch endlos weiter über ihn reden und insbesondere über den Aspekt der Schuld und Vergebung, aber das vertage ich bis zur großen Tom-Riddle-Analyse. (Ja, sie kommt als nächstes, und wenn es das Letzte ist, was ich schreibe. Sie wird vermutlich so lang, dass ich ein eigenes Buch draus machen kann.)

 

Das Ende

 

Abschließend bleibt noch zu sagen, dass mich das Ende der Bücher an sich ziemlich deprimiert hat und ich immer noch dran knabbere. Einerseits wollte ich natürlich wissen, wie es ausgeht, andererseits wollte ich das Buch am liebsten gar nicht lesen, damit die Charaktere nicht sterben und die Geschichte nicht zu Ende gehen muss. Als ich das Buch am Tag nach Erscheinen von der Packstation geholt habe, habe ich es in der Ecke liegen lassen und wollte auch keinen Blick hinein werfen. Tage später habe ich mich dem gestellt und es in zwei Tagen durchgelesen.

 

Ich hasse es, wenn Dinge zu Ende gehen. Das hat mich schon immer heruntergezogen. Für mich selbst ist das weniger ein Problem. Ich lese auch nach über 20 Jahren alle paar Jahre mal wieder die “Unendliche Geschichte”, und auch “Star Wars” wird nie totzukriegen sein, weder bei mir, noch allgemein, es wird immer auch aktive Fans geben. Ich denke oder hoffe zumindest sehr, dass das auch für den guten Harry gilt. Aber ich finde es dazwischen trotzdem am schönsten, wenn fast alle Protagonisten und Antagonisten noch leben und es noch Neues gibt, auf das man sich freuen und über das man spekulieren kann und viele Fans hat, die das Ganze lebendig halten.

 

Ich weiss, dass es vielen HP-Fans genauso geht. Ich habe da einige sehr deprimierte Livejournal-Einträge und -Icons gesehen. Ich bin ja erst seit wenigen Jahren Fan der Filme und sogar erst seit letztem Jahr Fan der Bücher. (Wobei das über die Intensität der Begeisterung nicht viel sagt. Ich bin ein fanatischer ganz-oder-gar-nicht-Typ.) Für viele muss es noch schlimmer gewesen sein, wenn man quasi als Kind damit angefangen hat, von Anfang an dabei war und jetzt nach 10 Jahren Schluss ist. Das erklärt für mich einen großen Teil der Begeisterung für “Harry Potter”.

 

Mann, wie gerne wäre ich bei der letzten großen Potter-Party zum Release des Buches. Ich saß sehnsüchtig vor der Glotze, als ich die Bilder von dort gesehen habe. 7.000 Fans, und so viele davon in guten Kostümen! Wann hat man schon einmal eine solche Gelegenheit? Dass ich mich so lange aus Trotz gegen den HP-Hype dagegen gewehrt habe, kann ich mir irgendwie immer noch nicht verzeihen, ich habe mir damit ein paar wirklich schöne Möglichkeiten genommen…

 

 

 

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 Ich bin oft auf Seiten wie zB. http://www.harrypotter-xperts.de oder http://www.fanfiktion.de unterwegs. Ab und zu traue ich mich dann auch schon mal, nachdem ich vom Lesen der Fanfictions genug habe, selbst meine eigenen Texte zu veröffentlichen.
Wen dies interessiert, hier eine kleine Kostprobe, ein One Shot zu Lily und James:

 

 

 

 

 

Mit einem lauten Knarrrz öffnete James die Tür zur Großen Halle, in der bereits viele Schüler saßen und ihr Frühstück genossen, Hausaufgaben machten oder sich mit ihren Freunden unterhielten. Er ging geradewegs auf den Gryffindortisch zu und wollte sich schon setzen, als er Lily zu seiner Überraschung alleine etwas abseits sitzen sah. In der Hand hielt sie den heutigen Tagespropheten. Als er auf sie zuging, musste er feststellen, dass sie am ganzen Körper zitterte. Mit zwei Schritten war er bei ihr, doch bevor er etwas sagen konnte, rief jemand nach ihm „James! Hey James! Hier!“ Nicht nur der Angesprochene selbst schaute sich verwirrt um, woher die Stimme kam, auch Lily schreckte hoch. Als sie bemerkte, wer unmittelbar hinter ihr stand, sprang sie erschrocken auf, blickte dem verwirrt dreinblickenden James kurz in die Augen, verließ dann ohne ein Wort zu sagen schnellen Schrittes die Halle. Der Gryffindor stand wie versteinert da, und versuchte zu realisieren, was er gerade gesehen hatte. Hatte Lily tatsächlich geweint? Oder bildete er sich das nur ein? Diesen Gedanken konnte er jedoch nicht weiter fortführen, holten ihn doch die aufgeregten Schreie von eben wieder zurück in die Gegenwart. „Jaaaaaaames! Mann, ist der heute schwerhörig?! JAMES!“ „Mr. Black! Wären Sie so gütig, und würden so früh am Morgen nicht wie ein aufgescheuchter Hahn herumschreien?!” Prof. McGonnagal sorgte vom Lehrertisch aus für Ruhe. James schaute kurz zu seinem besten Freund, drehte sich dann um und lief Lily hinterher. Sirius kann warten, das ist wichtiger! Nachdem er das schwere Tor hinter sich vielleicht ein wenig zu kraftvoll ins Schloss knallen ließ, schaute er sich suchend nach einem roten Haarschopf um.

 

 

 

 

 

Da stand sie, mit dem Rücken zu ihm, die Hände am Fenster abgestützt, ihre Haare wehten im Wind. Er wiederholte das Spiel wie eben in der großen Halle: Er ging langsam auf sie zu, jedoch diesmal etwas unschlüssig, er wusste nicht, was er tun sollte. Entschied er sich doch einfach dafür, hinter ihr stehen zu bleiben. „Lily? Alles in Ordnung?“ Diese Worte kamen nur als leises Flüstern bei ihr an, doch sie merkte seinen heißen Atem an ihrem Hals, welcher sie zusammenschrecken ließ. „Tut mir Leid, ich wollte dich nicht erschrecken, ich... Ich habe mir nur Sorgen gemacht...“ Er hob langsam seine Hand und berührte leicht ihre Schulter. Sie fing an zu zittern. Ob wegen der Kälte oder aufgrund seiner Anwesenheit konnte er sich nicht erklären. Plötzliche Enttäuschung durchfuhr ihn. Hatte er wirklich solch ein beängstigendes Auftreten? Sie sog zischend Luft ein und atmete ein paar Mal tief ein und aus. Er hatte genug gesehen. Langsam zog er seine Hand wieder zurück und wollte sich gerade umdrehen und gehen, als er eine eiskalte Hand an seinem Arm spürte und Lily mit zittriger Stimme zu ihm sprach: „N-nein... Bitte,... bitte bleib...“ Erstaunt doch auch etwas erleichtert drehte er sich wieder zu ihr, doch nicht ohne ihr Kinn mit einer Hand zu ihm zu drehen. So musste sie seinen Blick erwidern. Doch was er sah erschreckte ihn zutiefst. Nicht das sonst so fröhliche Mädchen mit dem strahlendem Lächeln blickte ihn an, nein, es schien, als wenn jemand völlig Fremdes vor ihm stand. Er schien diese Person nicht zu kennen. Ihre sonst so ausdrucksstarken grünen Augen waren voll mit Tränen, welche sich langsam ihren Weg über ihre zarte Haut bannten. Der Schwarzhaarige wischte vorsichtig mit einem Finger eine Träne von ihrer Wange, nahm ihren Kopf in beide Hände und zog sie dicht an sich.

 

Es schien ihr unangenehm, dass er sie in solch einer Situation vorfand, dass er ihre Tränen sah, dass er sie versuchte zu trösten. Doch auch spürte sie Geborgenheit und Wärme. Der gut gebaute Körper ihres Gegenüber strahlte solch eine Wärme aus, dass sie das Gefühl hatte, sie könnte für immer dort so stehen bleiben. Doch dann wurde ihr bewusst, wer da vor ihr stand, der Schwarm aller Mädchen, der Herzensbrecher, James Potter. Der Junge, der sie schon geschlagene 7 Jahre um ein Date anbettelte. Spielte er jetzt auch nur mit ihr? Oder war das Ernst? Unsicher blieb sie so an ihn gelehnt stehen, doch versuchte, ihren Blick zu senken, sie wollte ihm nicht so offen in die Augen blicken.
Sie hatte Angst.
Angst, dass sie in den unendlichen Tiefen seiner Augen die Antwort auf diese Frage finden könnte.
Angst, dass der Junge, den sie schon so lange liebte, sich dies aber nie eingestehen konnte, nur mit ihr spielte...